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Übungsdesign

Die perfekte Übung existiert nicht. Es ist ein stetiger Prozess von Anpassung auf die aktuellen Umstände. Manchmal können spannende Übungen eins zu eins für das eigene Training übernommen werden. Oft müssen sie aber noch angepasst werden, damit sie den eigenen Umständen entsprechen.

Übungen können auch während der Umsetzung angepasst werden. Wenn Übungen nicht funktionieren, liegt das (öfter als einem als Coach lieb ist) am Design. Wenn etwas (nicht) funktioniert, kann man unterschiedliche Faktoren analysieren und anpassen, um die Übung zu verbessern:

  1. Sind die Spieler:innen technisch in der Lage, die Übung zu 70-80% erfolgreich umzusetzen?
  2. Sind die Spieler:innen physish in der Lage, die Übung zu 70-80% erfolgreich umzusetzen?
  3. Passen die Laufwinkel? Sind die Spieler:innen so sinnvoll anspielbar?
  4. Passen die Passwinkel? Sind die Spieler:innen so sinnvoll anspielbar?
  5. Passt das Timing? Ist es realistisch und sinnvoll, Spieler:innen so anzuspielen?
  6. Ist genügend Raum vorhanden, um die Spieler:innen sinnvoll anzuspielen?

Weitere Überlegungen:

  • Komplexität: Je schwieriger die Umsetzung, aber auch je mehr Pässe aneinandergereiht sind, desto komplexer die Übung. Die Komplexität sollte dem Niveau angepasst sein. Übungen mit aneinandergereihten Pässen machen dann Sinn, wenn der erste bzw. alle Pässe bis auf den letzten der Übung von den Spieler:innen sicher bewältigt werden können. Wenn auf dem ersten Pass regelmässig ein Fehler passiert, müssen jedes Mal etliche Spieler:innen warten...
  • Abläufe: Wie kann effizient durchrotiert werden? Wechseln Spieler:innen nach jedem Durchgang die Seite oder gibt es zwei separat laufende Seiten, die nach z.B. 8min wechseln? Wo brauchen die Spieler:innen lange, um zum nächsten Posten zu gelangen, wo braucht es mehr anstehende Personen, damit die Übung flüssig durchgeführt werden kann?
  • Fokus: Was ist der Schwerpunkt der Übung, soll das Setting für die Offence oder für die Defence realistisch gestaltet (und von den Spieler:innen umgesetzt) werden?
  • Platzorganisation: Wegen unbewusster Lernprozesse und Automatismen macht es Sinn, Übungen so auf dem Feld aufzustellen, wie die Situation im Spiel auch auf dem Feld meist anzutreffen ist. Bei knappen Platzverhältnissen kann man aber auch versuchen, die Übungen so aufzustellen, damit der Platz effizient genutzt werden kann.
  • Spielnah vs. spielfern: Was ist das Ziel der Übung, sollen technische Fertigkeiten trainiert werden, die keine Entscheidung voraussetzen (eher spielfern)? Oder soll der Entscheidungsprozess (eher spielnah) Teil der Übung sein?