Filmreifes Feedback
Feedback wird (neben der lobenden oder tadelnden Funktion) häufig als direkte Anweisung verstanden, etwas genau so weiter oder anders zu machen. Es ist also eine Handlungsanweisung. Soll Feedback als Handlungsanweisung benutzt werden, sollte es »filmreif» sein! Was aber heisst »filmreif»?
Man kann sich bei einem filmreifen Feedback folgende Situation vorstellen: Man ist auf einem Filmset, muss die Hauptrolle ersetzen und die Szene neu filmen. Der neu ankommenden Person muss man genau erklären, was sie für diese Szene tun muss. Dabei hat diese Person keine Ahnung, was vorher geschehen ist, sie hat also keinen Vergleich.
Sätze wie: „Mach es besser“ oder „du musst mehr rennen“ oder „du musst weniger hektisch sein“ oder „du musst weiter links stehen“ sind alles vergleichende Anweisungen und helfen der Person nichts, da sie ja nicht weiss, wie die Situation davor war. Sie muss deshalb so konkret wie möglich wissen, was sie tun soll.
Dies gilt bei einem korrigierenden Feedback: Es muss „filmreif“ sein. Man versucht konkrete und keine vergleichende „Anweisungen“ zu geben.
| Vergleichend | Filmreif |
| „Du musst mehr Angebote machen.“ | „Mach jeweils ein Angebot, wenn ich in einer Powerposition bin und du freie Bahn hast.“ |
| „Schau früher zur/zum Handler:in.“ | „Schaue nach dem Fangen maximal 3 Sekunden lang nach vorne und schaue dann zur/zum Handler:in.“ |
| „Versuche besser auszuboxen.“ | “Orientiere dich, wo dein:e Verteidiger:in ist und stelle dich zwischen sie/ihn und die Scheibe, damit du deine Position verteidigen kannst.“ |
Nur durch konkrete, filmreife Feedbacks wird man wirklich „handlungsfähig“ bzw. weiss, was zu tun ist. Das heisst, wenn man jemandem sagt, «das kannst du besser», dann sollte man überlegen, WAS man WIESO anders machen kann und WIE man konkret handeln will.