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Problembasiertes Lernen (PBL)

Beim Problembasierten Lernen werden die Teilnehmenden aktiv miteinbezogen, sie haben einen gewissen Entscheidungsspielraum. Das Problem, sollte ein reales Problem sein, welches die Spieler:innen im Spiel auch tatsächlich antreffen können.

Unterschied Aufgabe/Übung vs. Problem:
Bei einer Aufgabe/Übung ist die Lösung vorgegeben.
Bei einem Problem ist die Lösung offen. Es gibt verschiedene Lösungen, die möglich (und richtig) sind.

Beispiel:
Inside-Übung: Die Lösung der Aufgabe ist vorgegeben. Es muss ein Inside-Pass geworfen werden. Diese Form eignet sich zur Technikübung für den Inside-Pass. Damit die Übung funktioniert, müssen sich alle Spieler:innen an die Vorgaben halten. Die:der Marker:in z.B. muss den Inside-Pass zulassen, sonst funktioniert die Übung nicht.
Bruchpass-Problem: Die Lösung ist offen: Es muss an der:m Marker:in vorbei geworfen werden. Wie, ist offen. Das Problem entspricht einem echten Problem im Spiel. Je nach eigenen Fertigkeiten und je nach Marking, entscheide ich mich für eine Lösung.

Spielnahe Probleme:
Probleme sollten spielnah sein, damit sie als lösungsoffene Probleme angegangen werden können. Was bedeutet spielecht?
Es ist nicht bei allen Übungen möglich und nötig, sie vollumfänglich spielnah zu gestalten oder auszulegen. Wenn es weniger spielnahe Übungen oder Spielformen sind, kann man beachten, dass man :

  • Technik/Taktik trainiert, die spielrelevant ist
  • einen Bezug zum Spiel herstellt, der anerkannt wird (Sinnstiftend für das Spiel)

Lösungen selber erarbeiten:
Im Problembasierten Lernen braucht es weniger Trainer:in als vielmehr (Lern-) Coach. Man berät und unterstützt die Lernenden, wenn sie dies brauchen. Die Spieler:innen sollen aber einen Grossteil der Lösungen selber erarbeiten.
Mögliche Lösungen sind individuell und abhängig von:

  • Technischen Möglichkeiten
  • Kognitiven Fähigkeiten
  • Taktischem Verständnis
  • Physischen Fähigkeiten
  • Äusseren Faktoren (Gegner:in, Wind, Wetter, …)

Als Coach sollte man sich in vielen Situationen von der Idee einer „geplanten Ideallösung“ verabschieden. Vielmehr sollte man seine Erfahrung einfliessen lassen, wenn offene Fragen bestehen, die nicht direkt ausprobiert werden können.

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PBL in der Praxis:
Echtes Problem stellen: Das heisst, es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu lösen – es gibt also Entscheidungsmöglichkeiten.

Kleine Gruppen: Gruppen so gross wie nötig, aber so klein wie möglich machen.

Rahmen definieren: Die Spielregeln, in welchen sich die Lösungen bewegen dürfen, müssen klar definiert sein (aber nicht so eng definiert, dass nur eine Lösung möglich ist!)

Als Coach unterstützen: Es soll vielmehr der Prozess unterstützt als auf eine bestimmte Lösung gepusht werden. Gruppen sollen unterstützt werden, wenn die Dynamik nicht stimmt oder das Teamwork nicht funktioniert.

Eigenverantwortung: PBL bedeutet, dass man als Spieler:in selbst (zumindest einen Teil der) Verantwortung für den Lernprozess übernimmt. Meistens müssen Fertigkeiten zur Übernahme der Verantwortung über den Lernprozess zuerst entwickelt werden. PBL an sich ist im Prinzip bereits ein Problem. Aber wer das beherrscht, lernt nicht nur mit mehr Spass, sondern auch nachhaltiger!

Quelle: Fachhochschule Nordwestschweiz. (2018, 21. November). Problembasiertes Lernen. FHNW Wiki. Zugriff am 11. Juli 2019 unter https://web.fhnw.ch/plattformen/hattie-wiki/begriffe/Problembasiertes_Lernen