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Tactical Games Approach (TGA)

„Lehre zuerst, was zu tun ist, erst danach, wie es zu tun ist!“

TGA ist ein VermittlungOslinept für Taktik. Es geht primär darum, Taktik (Wahr-nehmen und Entscheiden) zu schulen, dabei wird aber auch versucht, Spieler:innen zum Üben und zum Erarbeiten eigener Lösungen zu motivieren:

  1. Motivation im Zentrum: Insbesondere Kinder und Jugendliche sind selten motiviert, Technik, Taktik oder Physische Fähigkeiten explizit zu üben. Es besteht also ein Motivationsproblem. TGA versucht deshalb bewusst spielerisch zu arbeiten, um die Motivation hoch zu halten. Danach wird das Spiel analysiert, geschaut, was man verbessern kann und versucht dies umzusetzen.
  2. Eigenverantwortung für Lernprozess: Die Teilnehmenden werden aktiv in die Reflexionen eingebunden, damit sie mitdenken und mitdiskutieren. So wird weniger Inhalt konsumiert, sondern mehr erarbeitet. Erwiesenermassen ist diese Lernmethode nachhaltiger (auch wenn sie mehr Zeit in Anspruch nimmt). Teil-nehmende sind autonome und intelligente Spieler:innen, die in der Situation ihren Möglichkeiten entsprechend handeln. So kann es sein, dass sie einen anderen Lernprozess durchgehen, als angedacht war.
  3. Entscheidungen bzw. die Anwendung von Fertigkeiten: Im TGA geht es primär um Taktik, nur in zweiter Linie um Technik, Mentales oder Physis. Ziel ist, über Spielformen das Thema anzugehen. Spielformen funktionieren am besten, wenn sie dem Level der Teilnehmenden entsprechen – oder zumindest einer Mehrheit.
  4. Aktivität fördern: Die Gruppen sollen jeweils so gross wie nötig, aber so klein wie möglich gehalten werden. So entsteht für die Teilnehmenden mehr aktiver Spielanteil (in einem Mini-Ultimate 5vs5 hat eine Person statistisch jede zehnte Scheibe, in einem Mini-Ultimate 2vs2 jede vierte!).
  5. Üben, wenn es von den Teilnehmenden initiert wird: Im TGA geht es mehr um taktische Probleme, weniger um technische. Aber Reflexionen, in welchen die Teilnehmenden merken, dass technische Fortschritte gewinnbringend sein können, sollten unbedingt aufgegriffen werden, um aus intrinsischer Motivation heraus eine technische Übung anzugehen!


Spielform:
Spielen bedeutet, dass die Spieler:innen innerhalb festgelegter Spielregeln frei entscheiden können. Der Ausgang des Spiels und der Weg dahin sind dabei offen. Das heisst, dass in einer Spielform allen Beteiligten verschiedene (Lösungs-) Möglichkeiten zur Verfügung stehen und sie sich selbst für eine entscheiden müssen. Im TGA wird versucht:

  • Taktische Probleme auf auf einfache Spielformen herunterzubrechen
  • Wenn gewünscht oder erfordert, allmählich die Komplexität steigern
  • Spiele für kleine Gruppen auszulegen (so klein wie möglich, so gross wie nötig)

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Reflexion (ab 12-13 Jahren):
Die Reflexion sollte auch in eher kleinen Gruppen stattfinden, damit Einzelpersonen möglichst viel Möglichkeiten haben, sich aktiv einzubringen. Am Ende können wichtige Learnings oder erarbeitete Strategien im Plenum ausgetauscht werden.

  • Offene Fragen stellen: W-Fragen (Was, wie, warum…; Fragen, die nicht mit Ja/Nein beantwortet warden können, keine Wahl zwischen Optionen).
  • Alle Rückmeldungen wertschätzen, auch wenn sie (vermeintlich?) nicht in das Thema passen!
  • Lösungsvorschläge sind abhängig von individuellen kognitiven Voraussetzungen, taktischem Verständnis, technischen Fertigkeiten und physischen Möglichkeiten.
  • Reflexionsprozesse brauchen Geduld!

Übung:
Wenn eine Reflexion ergibt, dass technische Fertigkeiten weiterentwickelt oder verbessert werden müssen, um eine Strategie sinnvoll umsetzen zu können, ist das aus Sicht der Motivation ein idealer Moment für eine Übung, in der diese Fertigkeit trainiert wird.

  • Teilnehmende müssen den Sinn und Zweck einer Übung erkennen, damit sie motiviert sind und diese möglichst gewinnbringend umsetzen können.
  • Nach einer Übung braucht es in der Regel keine (oder nur eine kurze) Reflexion.

Quelle: Mitchell, S. A., Oslin, J. L., & Griffin, L. L. (2013). Teaching Sport Concepts and Skills: A Tactical Games Approach for Ages 7 to 18. Human Kinetics.